Polizei, lokale Behörden und Vertreter der Zivilgesellschaft kamen im moldauischen Dorf Geamăna zusammen, um über die Sicherheit in der Gemeinde zu beraten. Die Sitzung des lokalen Sicherheitsrats zeigte, wie die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen dazu beiträgt, Risiken frühzeitig zu erkennen und auf die Anliegen der Bürger einzugehen.
Die Gewährleistung der Sicherheit auf lokaler Ebene erfordert Zusammenarbeit, Vertrauen und einen offenen Dialog zwischen Institutionen und Bürgern. Ein kürzlicher Besuch im Dorf Geamăna im Bezirk Anenii Noi in der Republik Moldau lieferte ein praktisches Beispiel dafür, wie gemeindebasierte Sicherheitsstrukturen in der Praxis funktionieren.
Das Dorf mit rund 3.000 Einwohnern unterhält zudem eine Städtepartnerschaft mit Ennigerloh in Deutschland – eine Verbindung, die im modernen Rathaus sichtbar ist und die langjährige Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden widerspiegelt.
Zusammen mit dem deutschen Polizeiexperten Martin Mehlhorn und Dr. Susanne Greiter, Leiterin des Projekts EQUALFORCE II, nahmen Vertreter an einer Sitzung des lokalen Sicherheitsrats bzw. der Plattform für bürgernahe Polizeiarbeit teil, in der wichtige Akteure zusammenkommen, die für Sicherheit und soziale Stabilität in der Gemeinde verantwortlich sind.
Der Besuch fand im Rahmen des Projekts EQUALFORCE II: Prävention häuslicher Gewalt und Schutz von Schulen statt.
Lokale Zusammenarbeit für die Sicherheit in der Gemeinde
An der Sitzung nahmen Vertreter von Polizei, Sozialdiensten, Zivilschutz, Kommunalverwaltung, Wirtschaft sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen teil. Der Austausch verdeutlichte, wie lokale Sicherheitsherausforderungen durch koordiniertes Handeln gemeinsam angegangen werden können.
Multidisziplinäre Plattformen wie der lokale Sicherheitsrat zielen darauf ab, die Kommunikation zwischen den Institutionen zu stärken, Risiken frühzeitig zu erkennen und gemeinsame Antworten auf Probleme zu entwickeln, die die Gemeinde betreffen.
Bürgerbefragung verdeutlicht lokale Anliegen
Während des Treffens stellte die Polizei die Ergebnisse einer in der Gemeinde durchgeführten Bürgerbefragung vor. Die Umfrage identifizierte mehrere zentrale Anliegen der Einwohner, darunter:
- häusliche Gewalt
- Verkehrssicherheit und Geschwindigkeitsüberschreitungen
- illegale Müllablagerungen
- unzureichende Straßenbeleuchtung und gefühlte Unsicherheit
- jugendbezogene Probleme wie Mobbing und Vandalismus
- Erwartungen hinsichtlich der Polizeipräsenz und der Patrouillenstrukturen
Solches Feedback hilft lokalen Institutionen, die Anliegen der Gemeinde besser zu verstehen und entsprechende Präventionsmaßnahmen zu planen.
Die Teilnehmer betonten zudem die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Institutionen bei der Bewältigung grundlegender sozialer Herausforderungen. Gemeinsame Strukturen wie der Sicherheitsrat helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, gefährdete Familien zu unterstützen und auf Probleme wie Alkoholmissbrauch oder innerfamiliäre Konflikte zu reagieren.
Community Policing als gemeinsame Verantwortung
Community Policing geht über traditionelle Polizeikonzepte hinaus. Es konzentriert sich darauf, Vertrauen aufzubauen, den Dialog zu stärken und die gemeinsame Verantwortung für die Sicherheit innerhalb der Gemeinde zu fördern.
Die Erfahrungen in Geamăna zeigen, wie solche Ansätze in der Praxis funktionieren können, und bieten ein Beispiel für lokale Zusammenarbeit, die auf die Stärkung von Sicherheit und sozialem Zusammenhalt abzielt.
📷 Bildnachweis: Marin Novac, stellvertretender Leiter der Polizeibehörde Anenii Noi
