Heute vor zwei Wochen begann in Berlin ein Fachprogramm, das sich einer zentralen Frage widmete: Wie gelingt professionelle Polizeikommunikation (auch) unter öffentlichem Druck? Zwölf Pressesprecherinnen der Polizei aus der Republik Moldau kamen dafür mehrere Tage in die deutsche Hauptstadt. Auf dem Programm standen Training, Fachgespräche und Einblicke in deutsche Kommunikationspraxis.
Zu Beginn der Reise wurde die Bedeutung verlässlicher Zusammenarbeit deutlich. Delegationsleiterin Diana Fetco-Cupet sagte: „Die moldauische Polizei hat viele internationale Partner. Die GS-Foundation ist dabei einer der zuverlässigsten.“
Strategische Kommunikation als Ausgangspunkt
Zum Wochenauftakt sah das Programm ein eintägiges Kommunikationstraining vor. Im Mittelpunkt stand professionelle strategische Kommunikation in polizeilichen Kontexten. Es ging weniger um formale Sprachregeln als um den gezielten Einsatz sprachlicher Mittel in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Teilnehmerinnen setzten sich mit Fragen der Verantwortungsübernahme, der Kommunikation unter Druck sowie dem Umgang mit sensiblen Themen auseinander. Theorie und angeleitete Praxis waren dabei eng miteinander verknüpft. Deutlich wurde: Wirksame Polizeikommunikation erfordert Struktur, Klarheit und die Fähigkeit zur reflektierten Einordnung des eigenen Handelns.
Fachlicher Austausch mit der Polizei Berlin
Ein zentraler Programmpunkt war der Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Polizei Berlin. Thematisiert wurden die crossmediale Einsatzkommunikation bei Großlagen, die einsatzbegleitende Kommunikation sowie der strategische Einsatz von Social Media und Open-Source Intelligence (OSINT).
Anhand konkreter Praxisbeispiele wurde sichtbar, wie klassische Pressearbeit, digitale Kanäle und operative Kommunikation zusammenspielen müssen. Der Dialog bot Raum für Nachfragen und Vergleiche mit der eigenen Arbeitspraxis und wurde von den Teilnehmerinnen als besonders erkenntnisreich wahrgenommen.
Politischer Kontext: die Reichstagskuppel
Ergänzt wurde das Fachprogramm durch eine mit Audioguide begleitete Tour durch die Reichstagskuppel des Deutschen Bundestages. Der Rundgang vermittelte Einblicke in Architektur, Geschichte und Funktionsweise des Parlamentsgebäudes. Die Glaskuppel gilt als Symbol für Transparenz und demokratische Prozesse.
Der Ort setzte die fachlichen Themen der Reise in einen politischen Kontext – und bot Raum für Einordnung.
Medienarbeit aus journalistischer Perspektive
Im Anschluss daran führte das Programm zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Dort erhielt die Delegation Einblicke in journalistische Arbeitsweisen, redaktionelle Abläufe und die Rolle öffentlich-rechtlicher Medien in Deutschland. Die Führung durch Fernseh- und Radiostudios ermöglichte einen praxisnahen Blick auf Produktionsprozesse und redaktionelle Entscheidungen.
Die Reise endete nach einer Woche. Geblieben sind Gespräche, neue Kontakte und der Vergleich unterschiedlicher Arbeitsweisen. Der Austausch mit der Polizei Berlin und dem rbb zeigte, wie stark Kommunikationsarbeit von Kontext und Struktur geprägt ist – und wie viel sich im direkten Dialog klären lässt. Internationale Begegnungen wie diese schaffen dafür den notwendigen Raum.
