Über 50 Trainerinnen und Trainer für Gender Desk Officer treffen sich zum Erfahrungsaustausch in Abuja

Mehr als 50 von der GS-Foundation und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) ausgebildete Trainerinnen und Trainer für sogenannte Gender Desk Officer kamen Mitte Juni in Abuja zu einem gemeinsamen Workshop zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, Erfahrungen auszutauschen, die Qualität der Ausbildung weiterzuentwickeln und das Netzwerk der Ausbilderinnen und Ausbilder nachhaltig zu stärken.

Spezialisierte Ausbildung für sensible Ermittlungen

Gender Desk Officer sind speziell ausgebildete Kriminal- und Polizeibeamtinnen sowie -beamte, die Ermittlungen im Bereich sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt durchführen. Aufgrund der besonderen Anforderungen dieses Tätigkeitsfeldes werden nur erfahrene Ermittlerinnen und Ermittler zu Trainerinnen und Trainern ausgebildet. Sie stammen überwiegend aus der Force CID Gender Unit sowie den Gender Focal Points der nigerianischen Polizei und geben ihr Fachwissen künftig an Kolleginnen und Kollegen weiter.

Die mehr als 50 Teilnehmenden repräsentierten nahezu alle Dienstgrade – vom Sergeant bis zum Chief Superintendent. Die Mehrheit der Teilnehmenden war weiblich.

Erfahrungsaustausch und fachliche Weiterentwicklung

Für viele der neu zertifizierten Trainerinnen und Trainer war der Workshop die erste Gelegenheit, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Nigeria über ihre bisherigen Erfahrungen in der Ausbildung auszutauschen. Während einige bereits erste Trainings durchgeführt hatten, standen andere noch am Anfang ihrer neuen Aufgabe.

Im Mittelpunkt des Workshops standen daher Fragen der Methodik und Didaktik, der professionelle Umgang mit traumatisierten Betroffenen sowie aktuelle Entwicklungen im Strafrecht. Ziel war es, die Teilnehmenden nicht nur fachlich weiterzubilden, sondern ihnen auch eine Plattform für den gegenseitigen Austausch und die Vernetzung zu bieten.

Internationale Expertise bereichert das Programm

Das Seminar wurde gemeinsam vom Projektkoordinator der GS-F, der Psychologin Utek Ishaku von der Universität Jos sowie der Rechtsanwältin Dr. Nkiruka Okonkwo durchgeführt. Beide verfügen über langjährige Erfahrung in der Betreuung von Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt sowie in der Ausbildung von Polizeikräften.

Ergänzt wurde das Programm durch einen Mediziner, der den Teilnehmenden wichtige Hinweise zum professionellen und sensiblen Umgang mit Opfern sexualisierter Gewalt vermittelte.

Auch die Vereinten Nationen waren aktiv beteiligt. Neben dem UNDP, das die Ausbildung der Trainerinnen und Trainer gemeinsam mit der GS-F unterstützt, stellte Kim Hirsch-Hoffmann vom United Nations Mine Action Service (UNMAS) die Arbeit ihrer Organisation in Nigeria vor. Ihr Beitrag verdeutlichte die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit bei der Stärkung von Sicherheitsstrukturen und dem Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen.

Gemeinsam für eine nachhaltige Stärkung der Polizeiarbeit

Eröffnet und abgeschlossen wurde der Workshop von Deputy Commissioner of Police Dr. Rita Oki Emesim, Leiterin der Force CID Gender Unit. Sie würdigte das Engagement der Teilnehmenden und betonte die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Ausbildung für Ermittlungen in Fällen sexualisierter Gewalt.

Mit dem Aufbau eines landesweiten Netzwerks qualifizierter Trainerinnen und Trainer leisten die GS-F, das UNDP und ihre Partner einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der polizeilichen Ermittlungsarbeit in Nigeria. Durch die kontinuierliche Fortbildung und den fachlichen Austausch wird sichergestellt, dass Betroffene sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt künftig noch professioneller, sensibler und kompetenter betreut werden.