Im April und Mai 2026 fanden zwei spezialisierte Workshops zum Kapazitätsaufbau statt, die Vertreterinnen und Vertreter moldauischer Institutionen aus den Bereichen Katastrophenschutz und Grenzmanagement zusammenbrachten. Ziel der Veranstaltungen war es, die Projektkoordination, Monitoring-Mechanismen sowie die institutionelle Vorbereitung im Kontext europäischer Fördermöglichkeiten und der Umsetzung von INTERREG-Projekten zu stärken. Die für das Generalinspektorat für Notsituationen (GIES) und das Generalinspektorat der Grenzpolizei (GIBP) organisierten Aktivitäten konzentrierten sich auf die Verbesserung interner Koordination, die Prävention von Unregelmäßigkeiten sowie die Entwicklung strategischer Ansätze für Projektmanagement und Projektumsetzung.
Strategische Koordination für EU-Fördermöglichkeiten – Workshop des GIES
Am 29.–30. April 2026 veranstaltete das Generalinspektorat für Notsituationen den Workshop „Strengthening Project Management Coordination in the Context of EU Opportunities“ in Chișinău. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter der Zentralverwaltung sowie territorialer Untereinheiten zusammen, um zu erörtern, wie institutionelle Koordinationsmechanismen gestärkt und die Fähigkeit zur Nutzung europäischer und internationaler Fördermöglichkeiten verbessert werden können.
Die Diskussionen befassten sich mit mehreren operativen Herausforderungen, die derzeit die Entwicklung und Umsetzung von Projekten innerhalb des GIES beeinflussen. Die Teilnehmenden reflektierten insbesondere über die Notwendigkeit einer besseren Kommunikation zwischen operativen, logistischen, beschaffungsbezogenen und IT-Strukturen sowie über die Bedeutung eines kohärenteren Mechanismus zur Identifizierung, Priorisierung und Förderung institutioneller Bedarfe. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der Sicherstellung, dass zukünftige Projektvorschläge sowohl mit nationalen strategischen Prioritäten – einschließlich des Public Safety Programme – als auch mit europäischen Förderrahmen abgestimmt werden.
Im Verlauf des Workshops analysierten die Teilnehmenden Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens (EUCPM), verschiedener DG-ECHO-Programme sowie weiterer internationaler Förderinstrumente. Darüber hinaus konzentrierten sich die Sitzungen auf strategische Planung, institutionelle Koordination und die Entwicklung von Projektkonzepten zur Unterstützung zukünftiger Investitionen in Spezialausrüstung, Interventionskapazitäten und institutionelle Infrastruktur.
Der Workshop trug zu einem klareren Verständnis institutioneller Verantwortlichkeiten bei der Projektentwicklung bei und legte die Grundlage für eine strukturiertere interne Projektpipeline, die strategisch auf Erwartungen von Gebern und zukünftige Förderaufrufe reagieren kann. Gleichzeitig unterstützte die Veranstaltung die Identifizierung prioritärer Bedarfe auf zentraler und territorialer Ebene und förderte einen stärker koordinierten Ansatz bei der Vorbereitung und Umsetzung von Projekten.
Stärkung von Monitoring und Risikoprävention in INTERREG-Projekten – Workshop des GIBP
Am 20.–21. Mai 2026 fand ein zweiter Workshop mit dem Titel „From Monitoring to Institutional Response: Preventing Irregularities, Identifying Risks and Protecting INTERREG Projects within the General Inspectorate of Border Police“ statt, an dem 20 Vertreterinnen und Vertreter des Generalinspektorats der Grenzpolizei teilnahmen. Die Veranstaltung konzentrierte sich auf die Stärkung institutioneller Kapazitäten in den Bereichen Monitoring, Risikomanagement, Auditvorbereitung und Prävention von Unregelmäßigkeiten innerhalb von INTERREG-finanzierten Projekten.
Der erste Workshoptag widmete sich dem Verständnis von Projektmonitoring als praktischem Instrument der Prävention und internen Kontrolle. Die Teilnehmenden analysierten, wie Projektumsetzungen korrekt überwacht werden können, einschließlich Aktivitäten, Deliverables, Beschaffungsverfahren, Zahlungen, Fristen und unterstützender Dokumentation. Darüber hinaus wurden die Unterschiede zwischen Verzögerungen, Nichtkonformität und Unregelmäßigkeiten bei der Umsetzung europäisch finanzierter Projekte verdeutlicht.
Besondere Aufmerksamkeit galt der Identifizierung von Risiken und Frühwarnsignalen im gesamten Projektlebenszyklus. Die Teilnehmenden befassten sich mit der praktischen Anwendung risikobasierter Monitoring-Ansätze, darunter Wahrscheinlichkeits-Auswirkungs-Matrizen sowie der Identifizierung sogenannter „Red Flags“ in den Phasen Planung, Beschaffung, Umsetzung und Berichterstattung. Zudem wurden Themen wie Interessenkonflikte, verdächtige Verbindungen und die Überprüfung wirtschaftlich Berechtigter behandelt.
Am zweiten Tag standen institutionelle Reaktionsmechanismen im Mittelpunkt, sobald potenzielle Unregelmäßigkeiten festgestellt werden. Die Teilnehmenden diskutierten die praktischen Unterschiede zwischen Unregelmäßigkeiten, Betrugsverdacht und Betrug sowie die jeweiligen institutionellen Verantwortlichkeiten und Meldepflichten. Darüber hinaus behandelte der Workshop häufige Auditfeststellungen, anfällige Beschaffungspraktiken und die Risiken finanzieller Korrekturen infolge unzureichender Dokumentation oder verfahrensbezogener Mängel. Anhand praktischer Beispiele und fallbasierter Diskussionen reflektierten die Teilnehmenden präventive Maßnahmen und relevante Lehren für aktuelle und zukünftige Projekte des GIBP.
Aufbau widerstandsfähigerer und strategischerer Institutionen
Beide Workshops verdeutlichten die wachsende Bedeutung strategischer Koordination, proaktiven Monitorings und institutioneller Vorbereitung für die erfolgreiche Umsetzung extern finanzierter Projekte. Durch die Stärkung interner Kommunikation, die Verbesserung des Risikobewusstseins und die Förderung strukturierterer Prozesse der Projektentwicklung festigen GIES und GIBP weiterhin ihre Fähigkeiten, europäisch finanzierte Projekte effektiver, transparenter und nachhaltiger umzusetzen.
