Workshop zur Kriminalstatistik in Abuja: Impulse für eine strategische Polizeiarbeit in Nigeria

Vom 19. bis 20. Mai 2026 fand in Abuja ein zweitägiger Workshop zum Thema Kriminalstatistik statt. Trotz der tragischen Ereignisse wenige Tage zuvor, bei denen 17 Polizisten bei einem Überfall ums Leben gekommen waren, nahmen hochrangige Vertreter der nigerianischen Polizei engagiert an der Veranstaltung teil. Unter den Teilnehmenden befanden sich neun Commissioner of Police sowie 13 stellvertretende Commissioner of Police.

Austausch über die Bedeutung belastbarer Daten

In insgesamt fünf Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden intensiv über die Bedeutung einer validen und verlässlichen Kriminalstatistik für die Polizeiarbeit. Im Mittelpunkt stand dabei ein Vergleich der Methodik der Kriminaldatenerfassung in Nigeria und Deutschland.

Deutlich wurde: Eine belastbare Kriminalstatistik ist eine wesentliche Grundlage für fundierte Entscheidungen, eine strategische Ausrichtung der Polizei und eine wirksame Sicherheitsplanung.

Deutsches Modell als Orientierung

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass sich das in Deutschland angewandte Modell aufgrund seiner Komplexität derzeit nicht eins zu eins auf Nigeria übertragen lässt. Gleichzeitig bestand jedoch Konsens darüber, dass der Aufbau einer verlässlichen Statistik für die zukünftige Entwicklung der nigerianischen Polizeiarbeit von zentraler Bedeutung ist.

Hervorgehoben wurde insbesondere der Wunsch nach begleitender Beratung – sowohl in den Gesprächen mit dem Inspector General of Police (IGP) als auch bei den notwendigen Prozessen zur Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen.

Nächste Schritte zur Weiterentwicklung der Kriminalstatistik

Die im Workshop gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in weitere Gespräche mit dem IGP einfließen. Das Ziel besteht darin, eine Evaluierung der bestehenden Kriminalstatistik anzustoßen und somit langfristig die Grundlage für eine moderne, datenbasierte Polizeiarbeit in Nigeria zu schaffen.